Durch das Grauwasserrecycling möchten wir ein Beispiel liefern, wie der hohe Frischwasserbedarf pro Person ohne viel Aufwand um circa die Hälfte reduziert werden kann (Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung e.V. , H 201).

Das entstandene Grauwasser ist durch den Gebrauch mit Schmutzstoffen belastet. Im Vergleich zum Toilettenwasser ist das Grauwasser leicht von den enthaltenden Schmutzstoffe zu reinigen. Denn diese können mit wenig Aufwand biologisch abgebaut werden. Das gereinigte Wasser soll nach der Reinigung in der Pflanzenkläranlage wiedernutzbar sein. Es wird als Betriebswasser verwendet. Dies bedeutet, dass es nicht zum Trinken, aber für nahezu jeden anderen Zweck verwendet werden kann, zum Beispiel zum Duschen oder zur Gartenbewässerung.

Die Pflanzenkläranlage besteht aus zwei hintereinander geschalteten Becken und einem Speicherteich. In den Becken sind Sand und Kieselsteine geschichtet. In der oberen Sandschicht wachsen Schilfpflanzen. Das schmutzige Wasser wird in das erste Becken geleitet, sickert in den Sand und in die Kieselsteine. Durch die Wurzeln des Schilfes ist genügend Luft, sowie Lebensraum für schmutzstoffabbauende Mikroorganismen im Sand vorhanden. Schmutziges Wasser wird dadurch gefiltert und Schmutzstoff biologisch abgebaut. Anschließend fließt das gereinigte Wasser aus dem ersten Becken in das Zweite. Dort wiederholt sich der Klärvorgang. In einem Teich wird das zur Wiederverwendung aufbereitete Wasser gespeichert.

Eine solche Anlage ist heute wissenschaftlich anerkannt und Stand der Technik. Sie gehört in Deutschland zu den Abwasserkleinanlagen. Die Pflanzenkläranlage reinigt und speichert das Wasser nicht nur, sondern bildet ein komplexes Biotop, das einer Vielzahl von Pflanzen und Tieren, wie zum Beispiel Amphibien, Insekten, sowie Wasserpflanzen, einen neuen Lebensraum gibt. Ihr Erscheinungsbild passt sich in die Natur ein. Eine Pflanzenkläranlage stellt eine gute Möglichkeit dar einen umweltverträglichen Umgang mit Wasser zu finden.