Seit Jahrtausenden legen Menschen Gärten an, um Nahrungsmittel anzubauen. Damit befinden sie sich im Spannungsfeld von Unabhängigkeit und der Bürde der Selbstversorgung. Je nach Ernährungssicherheit der Gesellschaft ist ein eigener Garten lebensnotwendig oder ein zusätzlicher Luxus, welcher den Garten zu einem Ort der Erholung und der kreativen Selbstverwirklichung macht. In ihm wird experimentiert, in ihm kann Vielfalt erlebt werden.

Für uns ist ein Garten ein Zusammenspiel all dieser Elemente. Wir sind nicht direkt abhängig von den Erträgen unserer Arbeit. Uns bietet eigenes Land die Möglichkeit, unser theoretisches Wissen anzuwenden, eigene Erfahrungen zu sammeln, dazuzulernen und Theorien weiterzuentwickeln.

Von Blumenwiesen umsäumt schlängelt sich der Weg, welcher durch den Gemüsegarten führt, an Beerensträuchern vorbei. An den alten Sauerkirschbäumen ranken Weinreben. Im Gemüsegarten grünt und wächst es. Die Düfte der Kräuterspirale liegen in der Luft und ziehen viele summende Insekten an.
Ein solches Bild könnte sich dem Betrachter in naher Zukunft bieten.

Um eine größtmögliche Artenvielfalt zu realisieren, verwenden wir regional angepasste, samenfeste, alte Kultursorten. Die über Jahrhunderte gezüchtete Vielfalt soll vermehrt und erhalten werden.

Wir wollen verschiedene Beet- und Bodenbearbeitungssysteme wie zum Beispiel Flach-, Früh-, Hoch- und Hügelbeete, sowie Direktsaat, lockernde und wendende Bodenbearbeitung auf Ertrag, Nährstoffversorgung, mikrobielle Aktivität und Bodeneigenschaften testen.

Um die Bodeneigenschaften positiv zu beeinflussen, spielt der Einsatz von Kompost eine wichtige Rolle, da vor allem die Wasserhaltekapazität, die Nährstoffversorgung, der Lufthaushalt und das Bodengefüge positiv beeinflusst werden. Folglich können die Nährstoffentzüge der Ernte ausgeglichen werden, Pflanzen erhalten optimale Wachstumsbedingungen und sind somit resistenter gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Aus diesen Gründen ist eine geregelte Kompostierung elementarer Bestandteil eines ökologischen Gartens.

Um Schädlingspopulationen auf biologischem Wege zu regulieren, werden wir Maßnahmen treffen um Nützlinge zu fördern. Geplant sind Reisighaufen, Nistkästen und Heckenpflegemaßnahmen.

Die Bewässerung des Gartens erfolgt über Regenwasser und gesäubertes Wasser (siehe Pflanzenkläranlage). Da die Verfügbarkeit von Wasser eingeschränkt sein kann, ist es besonders wichtig, effiziente Bewässerungssysteme und darauf ausgerichtete Anbaumethoden zu entwerfen.

Uns ist es ein Anliegen, viele Menschen in unser Projekt einzubinden und Wissen auszutauschen. Mithin bieten wir Möglichkeiten an, sich gärtnerisch zu betätigen und eigene Ideen auszuprobieren.